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ein unglaublich aufwühlendes Buch - Eine Rezension zu Der Serienkiller der keiner war

 Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich so aufgewühlt hat und über das ich so viel nachgedacht habe. Der Journalist Dan Josefsson hat in seinem Buch einen der größten Justizskandale Schwedens aufgerollt.

 Dies ist eine Rezension zu: Der Serienkiller der keiner war, von Dan Josefsson

 ISBN: 978-3-442-71566-4

 Anfang der 90er Jahre gibt der drogenabhängige Sture Bergwall, der wegen kleineren Verbrechen in der Psychiatrie sitzt an, vor Jahren einen kleinen Jungen umgebracht zu haben. Nach und nach befördert er Erinnerungen zu bis zu 30 ungeklärten Verbrechen an die Oberfläche. Für acht wird er rechtskräftig verurteilt.

Erst viel später kommt heraus, dass er diese gar nicht begangen hat.

Dan Josefsson durchleuchtet, wie es dazu kommen konnte, dass sowohl Psychologen als auch Polizei einem Lügner geglaubt haben und warum Sture Berwall Verbrechen gestanden hat, die er nicht begangen hat.

Auf der einen Seite steht eine psychologische Theorie der 90er, die besagt, dass Erinnerungen zu Verbrechen und Missbräuche verdrängt werden und durch spezielle Therapieverfahren wieder an die Oberfläche geholt werden können. Diese Theorie stand und steht vielen Kritikern gegenüber, die in ihr die Gefahr sehen, dass falsche Erinnerungen ans Licht gebracht werden. Allerdings waren alle Therapeuten um Sture Bergwall herum von dieser Theorie überzeugt und haben keinerlei kritische Betrachtung zugelassen. Hinter dem allem stand eine Psychologin, die um sich herum sektenähnlich eine Gruppe erschaffen hatte, die diese Theorie vergöttert hat. So wurde auch der Justizapparat geblendet und hat in dieser Folge schlampig gearbeitet.

Auf der anderen Seite stand der kleinkriminelle und drogensüchtige Sture, der sein Leben an die Wand gefahren hatte und in der Psychiatrie selbst einen geschützten Raum hatte in dem er seine Drogen bequem als Medikamente bekam. Mit der Lüge seiner Verbrechen, bekommt er die Aufmerksamkeit, die er im wahren Leben nicht bekam.

Das Buch versucht recht neutral alle Aspekte aufzuzeigen. Dabei macht der Schriftsteller einen tiefen Ausflug in die Psycholgie und der damaligen Zeit.

Ich finde das Thema sehr spannend und gleichzeitig erschreckend. Allerdings weiß ich nicht, ob ich so ganz auf der Seite des Autors bin, der ja im Endeffekt eine ganze psychologische Denkensweise der 90er als falsch und lächerlich darstellt. Hier in diesem Fall war sie natürlich auf jeden Fall falsch und hat einen großen Schaden angerichtet, weil sie kritiklos angewandt wurde. Doch sind ja in dieser Zeit viele bedeutende Therapeuten in diese Richtung gegangen und ich weiß nicht, ob man eine ganze Bestrebung als vollkommen falsch hinstellen darf. Therapeuten als Täter und alle Patienten als Opfer?

Auf jeden Fall hat mich das Buch sehr zum nachdenken angeregt. Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.
       

Eine Liebe zwischen der Realität der rauen schottischen Inselwelt und ihrer Mystik

 "Die Rückkehr der Wale " ist ein anmutiger Liebesroman zwischen der rauen Realität der schottischen Inselwelt und ihrer sagenumwobenen Mystik. Dies ist eine Rezension zum Buch "Die Rückkehr der Wale" von Isabel Morland.

Als der geheimnisvolle Fremde Brennan auf der schottischen Insel auftaucht, dauert es nicht lange, bis sich Gerüchte um ihn breit machen. Angesichts der Tatsache, dass er nie etwas von sich selbst erzählt, erhalten diese Gerüchte auch immer neuen Nährstoff.

Schon bald fühlt sich Kayla, die von ihrem Ehemann Dalziel vernachlässigt wird, zu Brennan hingezogen. Doch es ist nicht einfach diese Liebe vor den anderen Dorfbewohnern geheim zu halten.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Leser taucht schnell in die regennasse und stürmische Realität des rauen Insellebens ein. Doch auch die vielen Sagen und Legenden der Inseln sind im Text immer gegenwärtig. Bald kann man nur schwer unterscheiden, was zu beweisen ist und was nicht. In dem Text geht es um Liebe, Sehnsucht und dem, was zwischen den Welten existiert. Es geht um wahre Gefühle und darum Gefühe zu spüren.

Für mich ist es eigentlich ein gelungenes Buch für verregnete und gemütliche Wochenenden auf dem Sofa, an denen man in eine andere Welt abtauchen will.

Leider plätschert es zwischendrin ein bisschen vor sich hin, bis dann das Schicksal in einer sturmumtobten Nacht seinen Lauf nimmt und die Geschichte wieder an Fahrt aufnimmt. Während die Charaktere von Kayla und Brennan so vielschichtig und spannend aufgebaut sind, ist mir der Charakter vom "bösen"  und verbitterten Ehemann Dalziel etwas zu einseitig. Ansonsten kann ich das Buch aber nur empfehlen.  
       

 

ISBN: 978-3-426-521809