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Harry Hole ermittelt wieder und ein Vampirist schlägt zu

Dies ist eine Rezension zu Jo Nesbo: Durst

           Die Polizei von Oslo ist am Verzweifeln. Ein Serienkiller tötet Frauen, die sich zuvor über die Dating Plattform Tinder verabredet haben. Während er die Opfer qualvoll zurichtet, trinkt er ihr Blut. Bald wird er "Der Vampirist" getauft. Die Osloer Polizei ruft den renommierten Kriminalermittler Harry Hole zur Hilfe, der aber eigentlich bereits aus dem Polizeidienst ausgestiegen ist. Mit Hilfe eines Psychologen für Vampirismus versucht Hole den Psychopaten zu stoppen.

"Durst" ist ein absolut psychopathischer Krimi, den man eigentlich schon als Thriller betrachten könnte. Der Autor schafft es eine unglaubliche Spannung aufzubauen.
Und das Ende des Falls ist noch lange nicht das  Ende. Gerade dann, wenn der Leser glaubt eine seichte Lösung des Verbrechens erfahren zu haben, geht es rasant weiter.

"Durst" ist eindeutig ein Krimi im skandinavischen Stil, der zum "durchlesen in einem Rutsch" animiert.
      

ISBN: 978-3-95713-087-7 (Hörbuch)

Kunst und Kultur in Istanbul und dann kam der Tod

Eine Rezension zu Ahmet Ümit: Die Gärten von Istanbul

Ein Bestseller aus der Türkei

Oberinspektor Nevzat und seine Mitarbeiter haben eine knifflige Mordserie zu lösen. Irgend ein Verbrecher ermordet wichtige Menschen in Istanbul und legt sie vor historischen und bedeutenden Stätten der Stadt ab. In die Hände der Opfer werden seltene Münzen gelegt, die wiederum auf bedeutende Herrscher weisen.

"Die Gärten von Istanbul" ist ein ganz besonderer Krimi, der sowohl als Krimi gelesen werden kann, als auch als Ode an die magische Stadt der Türkei. Deshalb sollte man die Rezension auch aus zwei Sichten schreiben.

Der Krimi ist spannend und ein Irrlauf durch die unbezähmbare und oft so fremde Stadt. Die Krimimethoden der Ermittler sind anders als die der wir aus den westeuropäischen Ländern kennen.

Der Kunsthistorische Teil des Buches ist ein aufwendiger "Reiseführer", der tief in die Geschichte eintaucht und die mächtigen Herrscher, die die Stadt erbaut haben, beleuchtet. Ein Muss für jeden Istanbul Liebhaber und Reisenden.

Für den Krimiliebhaber verschwindet der Fall manchmal ein Stück zu weit hinter den Erzählungen der  Geschichte und da vieles fremd wirkt, gibt es für den Menschen, der noch nie in Istanbul war, immer wieder Passagen, die schwer zu lesen sind und Durchhaltevermögen abverlangen.

Die Sprache ist am Anfang etwas fremd. Man muss sich in das gediegene Deutsch erst hinein lesen. Ungewöhnlich ist auch, dass der Autor den Roman in der ersten Person aus Sicht des Ermittlers erzählt.

Ich hatte manchmal das Gefühl, dass der Übersetzer ungeübt war. Oft gibt es Redewendungen und Wortbedeutungen, die wir so im Deutschen nicht verwenden würden. Manchmal klingt die Sprache etwas gestelzt und dann plötzlich gibt es aber eine typisch deutsche Redewendung in Umgangssprache, die nicht zum anderen Stil passt.

Doch wer sich durch die etwas langatmigen geschichtlichen Passagen arbeitet, wird am Ende mit einem spannenden und grandiosen Schluss entlohnt, ohne mit dem typischen Actionreichen Showdown auskommt und tief mit der emotionalen Seite arbeitet. Mich hat dieser wirklich beeindruckt.  
      

ISBN: 978-3-442-71513-8