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Kara Tippetts: In den Stürmen des Lebens hältst du mich / Eine Biografie über das Leben und Sterben

 

 

ISBN: 978-3-9734-113-6 14,99 € Dies ist ein Buch über den unerschütterlichen christlichen Glauben in der größten Krise des Lebens. Kara Tippetts ist Mutter von vier Kindern und eigentlich gerade dabei mit ihrem Mann eine christliche Gemeinde aufzubauen, als sie mit Mitte dreißig an Krebs erkrankt, der sich unaufhörlich durch ihren Körper frisst. Als der Krebs im Endstadium ist, beginnt sie über sich, ihre Krankheit und die Bedeutung ihres Schicksals zu schreiben. In den Stürmen des Lebens ist ein sehr einfühlsames und ehrliches Buch. Traurig und doch auf irgendeine Art und Weise tröstlich. Bereits die Aufmachung im Hardcover mit einer sehr hochwertigen Bindung unterstreicht die Qualität des Buches.

Mir hat bereits das Vorwort sehr gut gefallen. Gerade weil die Schriftstellerin sich und ihr Leiden gar nicht so wichtig nimmt, sondern das in den gesamten Lebenskontext stellt.
Sie beschreibt anfangs ihre Kindheit mit einem gewaltbereiten Vater, in der sie lernt zu blockieren. Erst später, als sie Jesus kennen lernt und zum Glauben findet, lernt sie sich zu öffnen. Kinder und Gewalt finde ich schrecklich. Dieses schutzlose ausgeliefert sein und gar nicht alles verstehen können und dieser Schrei nach Anerkennung. Wohl deshalb fand ich das erste Kapitel sehr bewegend. Mich fasziniert es aber immer wieder, dass Kinder dran nicht zerbrechen sondern wachsen, auch wenn sie mit der Zeit abstumpfen. Ich glaube, dass Kindern auch eine Art ursprünglichem Glauben inne wohnt , der sie davor schützt unterzugehen. Erst später verlieren sie ihn wieder und damit die Hoffnung. Zum Glück hat Kara Tippetts diesen dann im Christentum wieder gefunden.

Sehr gelungen finde ich die schriftstellerische Aufarbeitung im Buch. Es gibt Bibelzitate zwischen den Texten und Fragen an die Leser am Ende des Kapitels. Ich finde das etwas "Ungewöhnliches", etwas "Anderes". Die Fragen am Ende regen zum Nachdenken an und "zwingen" den Leser in sich zu gehen und diese Fragen für sich selbst zu beantworten und sich damit mit seinen eigenen Lebensfragen auseinanderzusetzen.

Kara Tippetts schreibt sehr viel über ihr Muttersein. Über ihre Sehnsucht ihren vier Kindern ein normales Familienleben bieten zu können, über ihren Schmerz dass das nicht geht und ihren Umgang mit ihren Kindern den Tod anzugehen.

Wieviel Kraft muss es denn Kosten, beziehungsweise wie mutig ist es von einer Mutter, die stirbt, ihrem Kind in der letzten Zeit Nähe und Wärme zu geben. Einfach gemeinsam diese Zeit zu leben, die man hat.

Ich finde es sehr schön, dass Kara der Glaube den notwendigen Halt gibt. Besonders in ihrer Krankheit und in ihrer Auseinandersetzung mit dem Tod.  Aber ich finde es auch schön, dass sie trotz Galube und Gemeinschaft zweifeln und weinen darf und Krebs als das "Schlimme" annehmen darf das er ist.. Ich finde es immer etwas unrealistisch, wenn man das Gefühl hat, man muss nur glauben und dann ist Krankheit nicht mehr schlimm. Schmerz tut nicht mehr weh und wenn man sich durch die Chemo übergeben muss, ist einem mit dem richtigen Glauben nicht schlecht.... Auch mit Glauben darf man sich schrecklich fühlen, wenn die Gesundheit schlapp macht. Man ist nur irgendwie nicht so alleie wie ohne Glauben.

Nur selten reflektiert jemand seine Krankheit und sein Sterben so offen. Gerade im Hinblick auf seine Familie und vier kleinen Kindern. Es ist ein Hadern, aber auch ein Annehmen. Ich finde diese Frau hat eine unglaubliche Stärke.

 Fazit: "In den Stürmen des Lebens hältst du mich " ist ein sehr schönes Buch. Ich überlege mir nach dem Lesen eines Buches immer genau, wem ich das Buch schenke. Manchmal lege ich es in den Bücherschrank, um damit einen Unbekannten zu beglücken. Manchmal springt mich förmlich aber auch ein Name an, an wen ich das Buch weitergeben möchte. Diesmal habe ich beschlossen, dass ich es nicht herschenken möchte, sondern dass es mich bei meiner Arbeit im Hospiz begleiten soll und ich es da ausleihe wo es gebraucht wird.

5.4.16 14:05

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