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Robin Stevens: Mord ist nichts für junge Mädchen - ein Todesfall im Mädcheninternat

Robin Stevens: Mord ist nichts für feine Damen - Ein Fall für Wells &Wong

ISBN: 978-3-86873-904-6

"Mord ist nichts für feine Damen" ist der Auftakband einer Jugendbuchreihe um zwei charmant-witzige Schülerinnen, die im Jahr 1934 in einem englischen Mädcheninternat ermitteln.

Daisy und Hazel ahnen nicht, in was für einen Fall sie bald verwickelt werden, als sie ihre Detektei im Mädcheninternat eröffnen. Natürlich ist die Detektei streng geheim und besteht ganz genau aus zwei Personen. Aus Hazel, der Schriftführerin und aus Daisy, der ersten Vorsitzenden.

Während die beiden Mädchen noch üben ihre Mitschüler auszuhören, geschicht etwas Ungeheuerliches. Hazel findet ihre Lehrerin Miss Bell tot in der Turnhalle. Doch als die Mädchen kurz darauf mit Verstärkung zurückkommen, ist die Leiche weg.

Was hat es mit der Toten auf sich und vor allem, wer hat die Leiche dann vom Tatort entfernt? Die beiden Mädchen ermitteln.

Ich finde bereits den Einstieg richtig gut gelungen. Das Buch ist in der ersten Person aus Sicht von Hazel geschrieben. Eine Art Fallbericht oder Tagebuch. Ich habe gemerkt, dass junge Leser viel lieber lesen, wenn eine Geschichte in Form eines Tagebuchs geschrieben ist. Diese Erzählung aus der Ich Position, verhilft dazu einen richtig schnellen Einstieg zu bekommen. Ich war ziemlich gespannt, denn eine Mädchenschule zu dieser Zeit ist ja nun nicht unbedingt das, womit sich unsere Mädchen heutzutage identifizieren können. Aber das ist so nett gemacht, dass es nicht fremd wirkt sondern sehr herzlich, frisch und modern.

Die Konstellation der Detektive, die da mehr oder weniger in das Abenteuer hineinschlittern, gefällt mir ganz gut. Ich finde das realistischer als TKKG oder Drei Fragezeichen, die Kindergruppen sind, die im Endeffekt ausgefeilt mit der Polizei zusammenarbeiten.

Hier finde ich die anfänglichen Überelegungen gut, die die beiden Mädchen sehr nachvollziehbar darlegen. Wer was wann wo, einfach nachvollziehbar. Der Leser ist sofort dabei mitzuraten und mitzuermitteln.

Das Verbrechen selbst, eine ermordete Lehrerin, die plötzlich aber spurlos verschwunden ist, was niemanden vom Lehrerpersonal zu verunsichern scheint, finde ich auch sehr originell.

Ein bisschen Probleme hatte ich am Anfang mir die vielen Namen der Lehrer und Mitschüler zu merken und immer auf dem Laufenden zu sein, wer was gemacht hat. Es gibt zwar Listen im Buch, auf denen sich die Mädchen alle Fakten notiert haben, aber immer nachschlagen will man ja auch nicht.

Spannend finde ich, wie die Mädchen eigentlich in den Internatsalltag eingebunden sind, in dem sie immer und überall beaufsichtigt werden, es aber dennoch immer wieder schaffen auszubüchsen und unbemerkt ihren Ermittlungen nachzugehen.

Am Ende hat mich der Fall total gepackt und ich habe in der letzten Nacht viel zu lange gelesen, bis ich das Buch durch hatte. Am Schluss zieht das schriftstellerische Nive

au unheimlich an. der Krimi wird zu einer Mischung aus Miss Marple Sherlock Holmes und ich finde man merkt nicht mehr, dass es Jugendliteratur ist. Ganz toll gemacht. Die Details werden akribisch zusammen gefügt und ergeben die Lösung des Rätsels. Den wahren Täter hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm.

Auch die Spannung anhand einer Verfolgungsjagd kommt nicht zu kurz und endlich schreitet auch die Polizei ein und übernimmt den professionellen Teil. Unsere zwei Detektivinnen haben den Fall aufgeklärt.

Ganz toll finde ich die Idee der theattralischen "Mauerschau" hinterm Vorhang, bei der die Mädchen sozusagen die Auflösung der Polizei Wort für Wort mitbekommen und sehen, wie der Täter festgenommen wird.

Also mir hat das Buch sehr gefallen

Bild zeigt Text

6.9.16 16:26

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