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Wenn eine totbringende Krankheit die Liebe überschattet

Rezension zu Cornelia Pichler: Solange es Sara gibt

ISBN: 9783903144002

Sara ist gerade etwas über dreißig und macht sich Gedanken über ihr Leben und ihr Sterben. Sie hat von Kind an Mukoviszidose und weiß, dass sie nicht sehr alt werden wird. Dennoch liebt sie ihr Leben und hat es auch in vollen Zügen genossen. Als Yoga Lehrerin ist sie viel gereist und hat neben fernen Ländern auch fünf Männer kennen gelernt, die ihr Leben geprägt haben. Doch Sarah konnte ihnen damals nichts von ihrer Krankheit erzählen und verschwand jedesmal klammheimlich und ohne ein Wort aus ihrem Leben.
Nun, versucht sie Scherbenhaufen aufzukehren und ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Nacheinander nimmt sie Kontakt zu diesen Männern auf und reist noch einmal in deren Heimat.

Die Fünf Abschnitte des Buches erzählen fünf einfühlsame Liebesgeschichten, die von einer Krankheit geprägt wurden, von der niemand etwas wissen durfte.
Im Laufe des Buches wird sich Sara klar darüber, was sie von ihrem Leben möchte und wer der Männer zu ihr passen könnte. Sie räumt mit der Heimlichtuerei auf und stellt sich ihrer Krankheit. Nebenbei kittet sie auch das Verhältnis mit ihrer Mutter, das durch die angstvolle Fürsorge und Kontrolle geprägt war.

Ich habe das Buch mit zwei Augen gelesen. Als Charaktertatsache war es für mich ein No go, was mir das Lesen ein bisschen erschwert hat. Fünf Männer einfach so ohne ein Wort sitzen zu lassen entschuldigt bei mir persönlich auch keine Krankheit und die Auseinandersetzung mit ihr, die man nicht schafft. Diese fünf Männer nach Jahren erneut aufzusuchen, um sich darüber klar zu werden mit wem man sein Leben verbringen könnte, erneut mit den Gefühlen von fünf Männern zu spielen, um sich dann einen aussuchen zu können, finde ich absolut verwerflich. Auch wenn Sara da ihre Krankheit als Entschuldigungsgrund vorschiebt und den Egoismus, dass sie da nach sich selbst sehen muss macht es für mich nicht besser. Zum Teil spielt sie nicht nur mit den Gefühlen der Männer, sondern auch mit deren jetzigen Partnern oder dem Kind.

Vom Schreibstil her und von der Geschichte an sich fand ich das Buch super. Man merkt, dass die Autorin eigene Erfahrungen mit der Krankheit gemacht hat und diese sehr realistisch beschreibt. Auch die Gefühle, die mit dem Umgang einer schweren Krankheit entstehen. Und dennoch sind diese Tatsachen in die Geschichte eingewoben, so dass man nicht das Gefühl hat ein Lehrbuch zu lesen.

Die Liebesgeschichten der Vergangenheit und auch die gegenwärtigen Treffen sind sehr einfühlsam geschrieben und auch die Naturbeschreibungen, der zum Teil sehr exotischen Reiseorte, haben mir sehr gefallen.

Besonders der Schluss kommt dann unerwartet und ist sehr sentimental, ohne kitschig zu sein.

Auch, wenn ich da schon wieder mit den anderen vier Männern Mitleid hatte, die Sara am Ende nicht abbekommen haben, fand ich das Buch ganz gut und habe mehr als eine Träne verdrückt.  

16.11.16 09:55

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