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Stell dir vor, jemand klaut dein Leben. Rezension zu Ostfriesentod

Klaus-Peter Wolf: Ostfriesentod

ISBN: 978-3-596-03633-2

 Eine Selbstmordwelle erschüttert Ostfriesland. Oder sind die Selbstmorde überhaupt Selbstmorde? Während Ann Kathrin Klaasen Zweifel hegt, muss sie privat diesmal um ihre eigene Identität kämpfen. Ihr Twingo wurde zu einer Zeit und an einem Ort geblitzt, an dem Ann Kathrin nicht war. Als sie dann plötzlich selbst unter Mordverdacht steht, muss sie erkennen, dass sich jemand in ihr Leben eingeschlichen hat, dessen einziges Ziel es ist, sie zu zerstören.

Der elfte Teil, der Ann Kathrin Klaasen Reihe kommt mit einer spannenden Frischheit daher. Anders als bei vielen Krimiserien, in denen sich die Ermittler mit der Zeit verlieren, wird diese Reihe von Teil zu Teil besser.
Sie ist die einzige Serie, die ich verschlungen habe, obwohl ich eigentlich einigen Hauptfiguren kritisch gegenüber stehe und ihren Charakter gar nicht mag.
In diesem Teil treten die überzogenen Eigenschaften von Ann Kathrin Klaasen eigentlich etwas zurück. Sie steht im Mittelpunkt, ohne diesmal irgendwelche Alleingänge zu machen oder als Hauptfigur zu ermitteln, da sie diesmal befangen ist. Viel mehr ermitteln jetzt die anderen für sie, was eine interesannte und neue Konstellation ergibt.

Auch Rupert, der in seiner Eigenschaft als Schwerenöter ja maßlos überzogen dargestellt wird, bleibt auch in diesem Teil zwar seiner Eigenschaft treu, doch irgendwie mag man ihn inzwischen... auch so wie er ist.

Der Roman nimmt schnell an Fahrt auf und ist spannend wie eh und je. Nach einer Zeit kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe die Nacht durchgelesen.

Dadurch verzeiht man dem Autor fast die ein oder andere Nachlässigkeit. Zum Beispiel, dass der grüne Twingo von Ann Kathrin Klaasen eigentlich kaputt und Gegenstand einer Mordermittlung ist, als sich ein Beobachter fragt, warum Ann Kathrin Klaasen nun mit  ihrem anderen Auto und nicht mit dem Twingo fährt, der in der Garage steht. Oder dass ein minderjähriges Mädchen tagelang bei Ann Kathrin Klaasen und Weller wohnt, ohne dass irgendjemand etwas dagegen hat.
Oder dass eine Schülerin als Praktikantin auf nächtliche Verbrecherjagd mit Rupert geht, was zwar missbilligt wird, aber trotzdem geschieht.

Alles in allem aber ein super Buch und ich freue mich jetzt schon auf den zwölften Teil, den es hoffentlich geben wird.

4.3.17 12:24

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