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Ein spannender Schwedenkrimi. Das Verbrechen könnte bereits stattgefunden haben

Cilla und Rolf Börjlind: Schlaflied

ISBN: 978-3-442-75716-9

           Olivia Rönning und  Tom Stilton ermitteln in ihrem neuen Fall in den untersten und ärmsten Gesellschaftsschichten unter Minderjährigen, die im Leben keine Chance haben.

Schweden wird von einer Flüchtlingswelle überrollt. Am Hauptbahnhof herrscht Chaos und viele unbegleitete Minderjährige suchen nach Schutz.

Dann wird die Leiche eines Jungen in den schwedischen Wäldern gefunden. Die Spuren führen in den Untergrund von Bukarest, in dem tausende von Waisen in der Kanalisation dahinvegetieren und im Drogenrausch Zuflucht suchen.

Mich hat der Krimi von der ersten bis zur letzten Seite schwer beeindruckt. Was für Abgründe sich in unserer Welt auftun und das Schlimmste ist, dass das ganze irgendwie real sein kann oder wahrscheinlich auch so ist. Das Verbrechen könnte bereits stattgefunden haben.

Die Ermittler sind irgendwie anders als die typischen Krimiermittler. Olivia Rönning, eine alleinstehende junge Frau, die nach ihrer Polizeiarbeit als freiwillige auf dem Hauptbahnhof hilft und Tom Stilton, der lange Zeit auf der Straße gelebt hat und nun wieder in die Normalität einsteigt.

Beide sind mir sehr sympathisch. Überhaupt finde ich die Charaktere sehr gut herausgearbeitet und auch die Opfer wachsen einem ans Herz. "Schlaflied" zeigt so viel Gefühle in Zeiten des Verbrechens. Und das obwohl es ohne den " Auf welche abscheulichtsten Arten kann man morden" Effekt auskommt.

Was mir auch sehr gut gefallen hat ist, dass es einen Schluss hat, der noch etwas weiter geht als bis zur Aufklärung des Verbrechens. Man erfährt noch etwas darüber, welche Auswirkungen das Verbrechen auf die verschiedenen Protagonisten hatte. Allein der letzte Abschnitt lässt auf etwas schließen, was man wahrscheinlich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte.

"Schlaflied" ist bereits der vierte Fall des schwedischen Autorenteams. Es war mein erster, den ich von Cilla und Rolf Börjlind gelesen habe. Man braucht etwas, um die verschiedenen Strukturen zusammen zu bringen. Ich hatte etwas Probleme zu erkennen wer in dem Ermittlerteam die Hauptfiguren sind. Außerdem gibt es am Anfang einige erstmal unzusammenhängende Strukturen. Dennoch ist der Krimi von der ersten Seite an sehr spannend und das macht überhaupt nichts aus.

Fazit: Es war mein erster Krimi, den ich von der Reihe gelesen habe, aber es wird mit Sicherheit nicht mein letzter bleiben.
       

7.3.17 10:37

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