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Balam Ibarra: Zur Weisheit hin / Eine Reise zu den indianischen Weisheiten

Dieses Buch ist ein nettes kleines Buch mit vielen Lebensweisheiten. Nicht nur für Menschen mit einem Hang zur Spiritualität.

Der Autor Balam Ibarra erzählt von seinem Experiment als Zweifler auf dem Weg in das toltekische Schamanentum Mexikos. Eigentlich wollte der Autor nur eine Zeit lang ohne jeglichen Komfort am Rande Mexikos leben. Doch dann bitten ihn zwei Schamanen darum, für kurze Zeit einen großen Meister aufzunehmen. Gemeinsam wollen sie Mexiko vor einem Erdbeben erretten.

Das Buch teilt sich eigentlich in zwei Teile. Der erste Teil beinhaltet die Vorbereitung des Autors und seines Hauses auf den Meister und die Rituale der zwei Schamanen, die für den Autor mehr als zweifelhaft sind.

 Im zweiten Teil geht es um die Weisheiten des großen Meisters, die er unserem Autor unterrichtet.

Den Anfang des ersten Teils fand ich sehr spannend. Besonders die Zweifel des Autors über das, auf was er sich da einlässt finde ich authentisch. Gerade weil er sich bereits viel mit Magie abgibt. Und dennoch muss man nicht auf Anhieb alles glauben, sondern darf zweifeln, solange man offen bleibt.

Doch dann hatte ich einige Schwierigkeiten mit dem Buch. 

Die ersten 50 Seiten haben sehr viele Fragen und Gefühle in mir aufgeworfen. Nach dem Einstieg habe ich mich ziemlich geärgert und hätte das Buch am liebsten in die Ecke gestellt. Ich habe mich gefragt, warum man ein Buch über die indianische Spiritualität schreibt, wenn man sich darüber lustig macht. Unser Ich Erzähler schreibt zwar, dass er sich auf ein Experiment einlässt und selbst der Zweifler ist, aber man hat das Gefühl dass er sich eben nicht darauf einlässt und sich sogar noch über die Zermonien der Schamanen lustig macht. Die rituellen Tänze sehen demnach aus wie von Affen getanzt und die Trachten tragen sie nur um Aufmerksamkeit zu erregen.

Spiritualität besteht für mich aus Gefühl und aus Energie in den Ritualen und das hat mir hier sehr gefehlt. Ich hatte das Gefühl der Autor macht diese Dinge nur mit, um sich darüber lustig zu machen. Über die Wahrnehmung, die Energie, die bei solch Ritualen fließt hat er nichts geschrieben.

Ich habe über diesen Teil des Buches sehr lange nachgedacht und mich unter anderem gefragt, was das bedeuten soll. Hat das etwas mit der Verbindung der Tradition mit der Moderne zu tun, die das Buch laut Klappentext behandeln soll? Dann hätte ich aber etwas anderes erwartet. Zum Beispiel wie man Energie und diese Rituale in der heutigen Zeit umsetzt.

Das, was allerdings sein könnte ist, dass uns der Autor damit zeigen will, dass es in jeder Spiritualität Scharlakane gibt, die für uns lächerlich wirken. Oder die sich der Rituale annehmen ohne diese richtig zu verkörpern.

Oder, sollte man da doch lieber nach den Worten des Meisters Leonards gehen, der sagt, dass es egal ist was für Rituale gemacht werden, solange man daran glaubt?

Dann wäre dieser Teil des Buches für mich wieder stimmig. Allerdings frage ich mich, ob es so sinnvoll ist in einem knapp über 100 Seiten starken Buch, 50 Seiten dafür zu verschwenden sich über Gläubige dieses Schamanismus lustig zu machen, nur weil man selbst an ihren Ritualen zweifelt.

Ab dem zweiten Teil, wird das Buch dann aber für mich das, was ich erwartet habe. Die Weisheiten des Lehrmeisters finde ich nachvollziehbar und zum Teil sehr ergreifend in ihrer Erkenntnis.

Die Karte des Lebens und die Botschaft sich nach allen vier Seiten auszurichten, um die Freiheit zu erlangen finde ich etwas sehr Tolles. Mir gefällt auch sehr gut, dass der Lehrmeister seine Weisheiten nicht aufdiktiert, sondern sie sowohl dem Autoren des Buches und damit auch ein Stück weit dem Leser selbst herausfinden lässt. Und das mit dem praktischen Ausrichten in die Himmelsrichtung, in die man gehen möchte, werde ich doch glatt ausprobieren.

 

 

4.10.15 20:14

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