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Anne Devillard: Heilung aus der Mitte / Werde, der du bist

ISBN: 978-3-932130-22-9, 19,80€

Schon lange hat mich kein Fachbuch mehr so gepackt und mitgerissen.

Die Heilung ist tief in uns drin und kommt aus unserer Mitte. Wir müssen nur zu unserer Mitte zurück finden. Anne Devillard, nach einem Unfall schwer verletzt, hat erkannt, dass wir uns selbst heilen. Die Schulmedizin ist zwar dazu da, die kaputten Stellen zu reparieren und der Heilung von außen Hilfestellung zu leisten, aber die eigentliche Heilung geschieht durch uns selbst. Und jeder von uns braucht so lange, wie er dazu braucht.

Ich fand schon die Einleitung sehr toll. Gerade die Erzählung des Unfalls der Autorin hat mich in zweierlei Hinsicht positiv auf das Buch eingestimmt. Erstens hat es mir gezeigt, dass es in dem Buch nicht darum geht die Schulmedizin zu verteufeln und zweitens, dass jeder Heilungsprozess individuell ist und die Zeit braucht, die er braucht.

Vom Text selbst her kann ich sagen, dass es eine sehr tolle Idee ist, die verschiedenen Aussagen durch Interviews mit Fachleuten wiederzugeben. Das hat etwas Auflockerndes und Herzliches.

Der erste Teil zeigt verschiedene Wege auf, auf denen man zu seiner eigenen Mitte zurückfinden kann. Dem Zentrum in dem Heilung entsteht. Welchen Weg man wählt, ob durch malen, Musik, Meditation, Tiertherapie oder schreiben ist egal, doch alle Wege haben eines gemeinsam, man darf sein Ergebnis nicht bewerten, sondern muss seiner Creativität von ganz tief innen heraus freien Lauf lassen.

Der zweite Teil behandelt die Heilung durch ein besseres gesellschaftliches Leben. Auch diesen Teil fand ich sehr interessant. In verschiedenen Interviews wird aufgezeigt, wie wichtig es ist, dass man gesellschaftlich integriert ist. Und auch die Aufgabe im Leben ist wichtig. Einerseits erfahren wir das, wenn wir ökologisch denken. Hier hat mich der Hinweis besonders beeindruckt, dass man nicht das ganz Große tun muss, aber wenn jeder kleine Schritte geht und seinem Nachbarn durch seine eigene Lebensweise aufzeigt, wie wichtig und einfach das ist, haben wir schon etwas bewirkt. Immer bedeutender wird es auch gesellschaftlich zusammenzurücken und vom anderen lernen und profitieren. Und das kann man in sozialen Netzwerken. Alt und Jung rücken zusammen. Organisationen wie Tauschringe werden immer wichtiger. Als begeistertes Tauschringmitglied mache ich genau diese Erfahrung immer wieder aufs Neue.

Meine wichtigsten Erkenntnisse aus Kapitel Drei:  Wahnsinn, was für eine Macht unsere Seele auf unseren Körper hat und Wahnsinn, was sie selbst dann noch, oder erst recht dann bewirken kann, wenn eine Krankheit ausgebrochen ist.

Besonders beeindruckend fand ich hier, dass selbst der Tod eine Bereicherung ist, wenn unsere Seele mit uns im Einklang ist. Wenn wir in unserer Mitte sind und die innere Heilung stattgefunden hat. In wie vielen anderen, nicht nur schulmedizinischen Heilungsmethoden wird der Tod als das unausgesprochene Versagen vom Therapeut oder von uns selbst wahrgenommen, so in der Art, als hätte man nicht gut genug geglaubt.

im vierten Teil geht es um die Evolution, also die Entwicklung der Menschheit und ihre veränderte Auffassung.  Wie bereits im vorangegangenen Teil erfasst, kann die Heilung aus unserer Mitte nur in Bezug auf unserer Umwelt stattfinden. Die Gesellschaft um uns herum hat immer Einfluss auf das, wie wir zu unserer Mitte finden. Aber genau dieses Umfeld hat sich mit den Jahren und Jahrzehnten verändert und so müssen wir auch unsere Bedürfnisse und Wege zu uns zu finden, anpassen. Besonders gut konnte man das am Beispiel der Kirche und des christlichen Glaubens erkennen, der früher eher aus Drohungen und Buße Bestand und heute offener ist und die göttliche Liebe beinhaltet. Und an den spirituellen Bewegungen , die immer mehr Einzug halten und sich auch mit unserer christlichen Kirche vermischen. Besonders wichtig fand ich auch die Aussage, dass es keinen einzig wahren Ansatz gibt. Egal ob spirituell, religiös oder wissenschaftlich biologisch. Jedes Wissen verändert sich im Laufe der Evolution. Was früher eher starre Grenzen waren, verschwimmt heute. Deshalb gibt es wie in diesem Kapitel beschrieben auch Ansätze die Religion wissenschaftlich zu erklären.

Im letzten Teil gibt es ein tolles Interview über die Inormationsübertragung von Wasser und den sichtbaren Beweis über die Eiskristalle. Das werde ich mir merken und die Qualitätsverbesserung des Wassers ausprobieren. Auch Heilung durch die Liebe finde ich interessant. Und sehr wahr ist die These, Dass Krankheit keine Schuld ist. Dass man nicht einfach nur nicht positiv genug gedacht hat, sondern dass Krankheit ein Weg ist. Während mir das vorangegangene Kapitel etwas zu theoretisch war, gab es hier wieder schöne Anwender Tipps und Inspiration.

Vielen Dank für das tolle Buch. Meistens denke ich beim Lesen eines Buches daran, zu welchem lieben Menschen das Buch passen könnte, wenn ich damit fertig bin. Wer sich darüber freuen könnte, wenn ich es ihm schenke. Dieses Buch werde ich höchstens verleihen können, denn es ist genau meines. Es wimmelt jetzt schon (sorry an alle, die ein Buch ehren und mit Samthandschuhen anfassen) von Eselsohren und Markierungen an Stellen, die ich ausprobieren muss. Und ja, es ist ein Arbeitsbuch. Ich glaube man kann diese Texte nicht einfach nur so lesen. Es gibt so viele Dinge, kleine Tipps, kleine Weisheiten, die man wirken lassen muss oder eben ausprobieren. Deshalb schaffe ich es auch oft nur ein kleines Kapitel zu lesen.

 

 

26.10.15 18:34

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