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Christoph Andreas Marx: Das Geheimnis des unendlichen Raums / Ein Kopernikus Krimi

 ISBN: 978-3-451-06860-7. 15,00€

Als die abgesandten Benediktinermönche der Inquisition, Alanus und Tolosani nach Nürnberg beordert werden, um das Skript des Kopernikus zu prüfen, geschieht dort ein Mord und das Manuskript verschwindet. Schnell geraten Alanus und die Kaufmannsotchter Julia Fugger unter Verdacht und müssen fliehen, um nicht im Gefängnis zu landen. Fieberhaft versuchen Alanus und Julia das Verbrechen aufzuklären und ermitteln so im Jahre 1543 in einem Fall, dessen Ursprung, das Skript des Kopernikus, die Kirche erschüttern könnte.

Der Prolog hat mich gleich gepackt. Ich war sehr gespannt, ich mag Bücher mit einem bedeutenden historischen Hintergrund. Allerdings habe ich es nicht so mit den Wissenschaften des Mittelalters. Dieser Roman hat mir aber von Anfang an gefallen. Die Protagonisten sind sehr authentisch beschrieben und es beginnt sehr spannend mit einem Schlaganfall des alten Kopernikus, der somit nicht mehr handlungsfähig ist und nachdem sein Skript mit seiner neuen Weltanschauung sein großer Nachlass ist.

Der Plot beginnt toll mit lauter verdunkelten Andeutungen und Wendungen und einem raschen Erzähltempo und einem Mord an dem Buchdruckergehilfen, der so viele Rätsel aufgibt.

Hat dieser jetzt etwas mit Kopernikus zu tun? Oder mit den Büchern, die die Fuggerfamilie in Auftrag gegeben hat, die ebenfalls verschwunden sind? Auch der rasche Wechsel zwischen den Schauplätzen und den Menschen gefällt mir. Allerdings ist für mich der Grund, weshalb Alanus und Julia fliehen müssen etwas weit herbeigeholt und die Flucht ein bisschen vorschnell.Den Weg dahin fand ich nicht ganz glaubwürdig. Dass Julia da bereits die Flucht ergreift, als es sogar noch einen Zeugen gibt, der weiß warum sie zu dieser Stunde in der Druckerei sein sollte. Die Verdächtugung von Alanus nur weil er eine braune Mönchskutte trägt. Eigentlich wäre es da doch klar gewesen, dass jemand vom Krankenhauses, in dem er zum Zeitpunkt des Mordes war, beweisen kann, dass er dort war. Also eine Flucht zu diesem Zeitpunkt finde ich konstruiert, auch wenn Julia sich um Kopf und Kragen redet(oder sich der Autor um Kopf und Kragen geschrieben hat?) um die Flucht zu verglaubwürdigen. Für mich hat es den Eindruck gemacht, der Autor wusste wie er die Geschichte gestalten möchte aber nicht so ganz wie er das hinbekommt.

Aber wie gesagt es ist ein Roman, wenn man da mal zwei Augen zudrückt,... Dann ist der Text wieder sehr spannend...und gefällt mir sehr gut.

Alanus und Julia ergeben ein gutes Ermittlerpaar wider willen, was ich an Krimis sehr schön finde. 

Die Handlung geht spannend weiter. Inzwischen weiß man gar nicht mehr wer gut oder Böse ist oder doch noch Interesse am Verschwinden des Buches hat. Ist Julia doch nicht die, für die Alanus sie hält? Und der Gesandte des Papstes, hat er das Original Manuskript verschwinden lassen? Und was ist es, was der Korrekteur des Skriptes verändert hat, so dass es nicht mehr in den Drucken steht, die bereits gedruckt waren?

Die wissenschaftlichen Erklärungen über Kopernikus Weltverständnis und das, was das für die Kirche bedeuten könnte ist anschaulich und verständlich erzählt, so, dass man den Ausführungen interessiert folgen kann, auch wenn man sich damit vorher nicht beschäftigt hat

Es kristallisieren sich drei Ermittlergruppen heraus. Einmal der Junge Bürgermeister Leitner, der mir immer sympathischer wird und dem ich so langsam doch etwas zutraue, dann der besonnen agierende Tolosani und natürlich Alanus und Julia.

Am Ende war es nicht nur ein Verbrechen, sondern es waren mehrere Leute, die falsch gehandelt haben, was den Mord natürlich verschleiert hat.
Ich habe bei Krimis immer ein bisschen Probleme, wenn das Opfer im Todesrausch noch irgendwelche Botschaften auf den Boden malen soll. Ich halte es für unrealistisch, doch diesem Mittel bedient sich ja bereits Dan Brown in seiner Weltliteratur.
Hier ergeben die Symbole langsam die Lösung des Falls. Und am Ende spielt die Liebe eine Doppelrolle. Einmal in der Beziehung zwischen Alanus und Julia, zwischen denen sich eine ganz sanfte Liebesgeschichte anbahnt und dann im Verbrechen, bei dem die Liebe die böse Rolle und die Rolle des Schmerzes inne hat.
Was mir auch sehr gefallen hat, ist die zarte Liebesgeschichte zwischen Julia und Alanus, die trotz des Gelübdes, das Alanus gegeben hat, nicht zu stoppen ist.

Das Ende endet mit einem offenen Ende, was ich sehr schön finde Alanus steht zwischen den Stühlen der Liebe und der Wahrheit und der Kirche, der er sich verpflichtet hat. Von ihm wird eine Entscheidung verlangt, die es nicht gibt. Sehr gut gelöst.

 

10.11.15 13:18

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