Autorenseite/Buchvorstellung/Rezensionen

Joe Fischler: Veilchens Feuer / Ein Alpenkrimi

Valerie Mausers zweiter Fall ISBN: 978-3-7099-7832-0, 9,95€

Veilchens Feuer ist zwar der zweite Teil einer Krimireihe, aber durchaus gut auch als erstes Buch aus dieser Reihe zu lesen. Ich kannte den ersten Teil bisher auch nicht, habe ihn mir aber gerade eben gekauft.

Valerie (Veilchen) Mauser ist Ermittlerin in Innsbruck. Gerade erst aus einem heimlichen Wellnessurlaub geflohen, ist sie an ihren Schreibtisch zurückgekehrt, um dort den Fall an einem alternden Rockstar zu lösen, der erst eigentlich noch gar kein Fall ist. Der Musiker Wolf Rock wird ein grandioses Abschiedskonzert in seiner Heimatstadt spielen, zu dem 30.000 Besucher erwartet werden. Sowohl Fernsehen als auch Radio haben Live Übertragungen geplant. Doch Wolf Rock wird bedroht. Am Abschiedskonzert soll er laut Drohbrief für eine Schandtat aus dem Jahr `76 brennen.

Für Valerie und ihre Mannschaft beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn an eine Schandtat kann sich niemand erinnern.

Gleichzeit läuft eine fingierte Hassgemeinschaft auf Facebook aus dem Ruder und gewaltbereite "Hooligans" aus ganz Europa stürmen Innsbruck.

Die Szenerie des Buches, eine Großveranstaltung bei dem ein Attentat verübt werden soll, liest sich gerade jetzt, nichtmal eine Woche Nach den Attentaten von Paris und kurz nach der Länderspielabsage in Hannover hochbrisant und mit einem ganz komischen Gefühl im Magen. Auch wenn es in dem Roman um keinen terroristischen Anschlag geht. Aber der Autor hat die Stimmung meiner Meinung nach sehr gut eingefangen.

Ansonsten ist der Krimi eher nicht thrillerartig sondern eine Mischung aus "Bulle von Tölz" und "Mord mit Aussicht" also eher eine Ermittlung bei der man auch mal herzhaft über das Ermittlerteam und seine Tolpatschigkeit lachen kann. Valerie Mauser ermittelt zusammen mit ihrem dicken Kollegen und Freund außer Dienst, der inzwischen als Detektiv arbeitet und Valeries Seelengefährte darstellt.

Ich glaube die beiden als Ermittlerpaar liebt man oder man mag sie gar nicht. Ich liebe sie. Ich hätte mich über manche vom Autor beschriebene Situationskomik kaputt lachen können. Schon alleine wie Valerie ihren Fisch beim gemeinsamen Abendessen seziert, oder ihre eigene Wohnung in Brand steckt, weil ihr die Kartoffeln nicht schnell genug kochen und sie der smarte Künstler aus dem Stockwerk drunter zum versalzenen Spaghetti Essen einlädt. 

Dabei ist Valerie Mauser an sich eine Ermittlerin mit ihren ganz eigenen Sorgen und Ängsten und dem Vermächtnis des Kindes, das sie zur Adoption frei gegeben hat.

Am Anfang braucht die Handlung des eigentlichen Falls ein bisschen Anlaufszeit, bis sich etwas tut, aber das macht nichts in Anbetracht, dass sich die Handlungen der Ermittler und des Rockstars sehr flüssig lesen.

Sehr gut getroffen fand ich auch die Beschreibungen der Fans von Wolf Rock, die in ihrem Fandasein unweigerlich die Realität verloren haben. Irgendwie total absurd, aber so ein klein bisschen verstehen konnte man sich doch.

Was ich an dem Buch auch sehr witzig finde ist die Tatsache, dass ein männlicher Schriftsteller eine weibliche Protagonistin zu seiner Ermittlerin gemacht hat. Manchmal, gerade dann wenn Valerie Mauser von einem ihrer Kollegen zu tief in die Augen gesehen wird, oder sie selbst Schmetterlinge im Bauch hat, finde ich, merkt man die männliche Handschrift im Text, was aber nicht negativ gemeint ist. 

Der Schreibstil zeichnet sich durch kurze prägnante Sätze aus, teilweise im Sprechstil. Am Ende nimmt das Erzähltempo eine unheimlich hohe Fahrt auf. An was ich mich gewöhnen musste war die Umgangssprache und den Umgangston im Ermittlerteam aber ich denke dieser ist eigentlich typisch Tiroler Art. Was ein bisschen zu kurz kam, wenn man das gerne hat war die Beschreibung des Alpen Flairs und der Tiroler Lebensweise. Zumindest hatte ich mir bei der Beschreibung Alpenkrimi ein bisschen mehr erhofft.

Fazit: Alles in allem ein sehr gutes Buch und ein tolles Ermittlerteam. Ich freue mich jetzt zuerst darauf den ersten Fall nachzulesen und dann hoffe ich auf eine Menge anderer Fälle 

19.11.15 16:28

Letzte Einträge: Der Tote auf Föhr / Rezension, wer Sherlock Holmes liebt, der wird auch dieses Buch lieben / Rezension, Die Tote im Wald / Eine Rezension zu Kühle Brise, Eine ehrliche und einfühlsame Geschichte über Lebenslügen und Träume / eine Rezension, Ein Buch über die Sehnsucht nach Freiheit und die Macht der Liebe - Rezension, Schlank durch Intervallfasten / Eine Rezension

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL