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Angela Kirchner: Über den Dächern wir zwei - Ein Jugendroman über die erste Liebe, so gefühlvoll und

ISBN: 978-3958821187, 9,99 €

 "Über den Dächern" Hat mir von Anfang an gefallen. Mina und Theo sind zwei Teenager mit ihren ganz besonderen Problemen und Gefühlen, die  für die Welt von Siebzehnjährigen dann aber trotzdem so normal sind.

Die beiden haben sich bereits als Kinder gekannt, bis es zu einem Bruch kam. Nun, nachdem Theos Zwillingsbruder verunglückt ist, nähern sich beide wieder aneinander an.

Das geschieht in der Geschichte so behutsam, mit so viel Misstrauen, dem nötigen trockenen Humor und ganz viel Gefühl zwischen den Zeilen, dass es den Leser von Anfang an in den Bann zieht.

Der große Satz an den ich beim Lesen immer mal wieder denken musste hieß:"hach wie gerne wäre ich nochmal 17" und das trotz der Probleme, die es in dem Alter gibt.

Die Autorin spricht in dem Buch Themen an, die Jugendliche in dem Alter beschäftigen. Drogen, Alkohol, Mobbing und das Gefühl anders zu sein, als die Anderen kennen wohl alle sehr gut. Aber auch die erste Liebe und zumindest die dicke Freundschaft, die einem das Gefühl geben, die Welt bleibt stehen, kommen nicht zu kurz.

Der Text ist spannend und doch so einfühlsam geschrieben. Mina und Theo hat früher noch viel mehr miteinander verbunden. Doch warum kam es zum Bruch?

Wieviel Grausamkeit und Traurigkeit verursachen Mitschüler, die einen als Nerd und Freak abstempeln und alles daran setzen einen zu verletzen?

Und wieviel Mobbing muss vorausgegangen sein, damit sich Mina so zurückgezogen und verkapselt hat, wie sie jetzt lebt?

Ich habe schon lange kein Buch mehr gehabt, das mich so gefesselt hat. Ein Buch, das man bis spät in die Nacht hinein liest, auch wenn man eigentlich schon längst schlafen wollte.

Die Geschichte spitzt sich schnell zu. Je näher sich Mina und Theo kommen, desto mehr nehmen die Probleme sie gefangen. Während Mina Ihre eigentlich immer besser bewältigen kann, überstürzen sich bei Theo die familiären Ereignisse. Lange Zeit hat Mina Theo gebraucht, doch plötzlich braucht er sie, weiß aber nicht wie er das annehmen kann.

Ich finde die Dialoge im Buch unglaublich gelungen.. Ich mag es, wenn zwischen den Zeilen, zwischen dem Gesagten so viel Unausgesprochenes zu fühlen ist und genau das ist hier der Fall. Beide sind nicht die großen Diskutierer und manchmal erscheint der Wortwechsel etwas karg, mit einer leicht ironischen Tendenz. Und doch schwingt da so vieles zwischendrin mit. Diese besondere, einfühlsame Schreibweise hat mich an John Greens "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" erinnert, auch wenn die Geschichte eine komplett andere ist.

Einzig allein der Schluss hätte bei mir ein paar Seiten länger sein dürfen. Aber ich glaube ich bin auch einer der wenigen hoffnungslosen Happy End Leser, der gerne mal die Realität gegen ein klischeehaftes "Alles ist Gut Ende" eintauscht. Insofern muss ich sagen, es ist ein in sich stimmiger Schluss..... und das Happy End dazu kann man sich  denken.

13.2.16 16:14

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