Autorenseite/Buchvorstellung/Rezensionen

Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenblut / Ein Ann-Kathrin Klaasen Nordsee Krimi

ISBN: 978-3-596-1668-8, 8,95

Nachdem ich den ersten Teil gelesen habe und mir sämtliche bisher erschienen Bände ersteigert habe, war ich nun sehr gespannt auf den zweiten Teil der  Ann-Kathrin Klaasen Reihe. 

Ich muss sagen, dass ich sehr zwiegespalten bin. Die Ann-Kathrin Klaasen Reihe ist definitiv eine Krimireihe, bei der es sowohl um den Fall als auch um das Drumherum geht. 

Den Fall fand ich super, mit dem Drumherum hatte ich in diesem Teil aber so meine Probleme.

Diesmal hat es ein unbekannter Psychopath auf alte Frauen und Männer abgesehen, die er vor ihrem Tod bestialisch quält. Wahrscheinlich wären die Morde gar nicht aufgefallen, hätte der Täter die Leiche nicht direkt vor Ann-Kathrin-Klaasens Haustür abgelegt. Eine verzweifelte Suche nach dem Zusammenhang beginnt, die dem Ermittlerteam die Abgründe der "schwarzen Erziehung" offenbart und ein längst vergessenes Verbrechen ans Tageslicht bringt. 

Je weiter das Ermittlerteam in den Fall eindringt, um so mehr muss es erkennen, wie weit der Täter ins Ann-Kathrins Privatleben eingedrungen ist. Ann-Katrin wird zeitgleich zur Ermittlerin und zum Opfer.

Unterdessen versucht Ann-Kathrin nach der Trennung von ihrem Mann zum Alltag zurückzufinden und auch den Kontakt zu ihrem Sohn wieder herzustellen. In ihrem Kollegen Frank Weller sieht Ann-Kathrin nicht nur den Seelentröster. Während sie an ihren Sohn nicht herankommt, bahnt sich zwischen Weller und Ann-Kathrin eine Beziehung an. Doch dann wird ihr Sohn von der Polizei aufgegriffen und Ann-Kathrin steht vor neuen unüberwindbaren Problemen.

Der Kriminalfall ist ganz in Klaus-Peter Wolf Marnier unglaublich spannend und psychologisch raffiniert geschrieben. Der Leser schwankt zwischen Grauen vor der Tat und Mitleid mit dem Täter. Obwohl das Handeln unverzeihbar ist, ertappt man sich immer wieder dabei, dass man sich mit den Gedanken und Gefühlen des Täters identifizieren kann.

Mit dem Leben um Ann-Kathrin Klassen hatte ich so meine Probleme. Kam sie mir im ersten Band absolut sympathisch herüber, so habe ich im zweiten Band einige ihrer Handlungen nicht verstanden. Zum Teil kamen sie mir nicht autentisch vor und teilweise sogar unprofessionell. Ann Kathrin Klaasen bedauert, dass sie den Kontakt zu ihrem Sohn verliert. Teilweise fand ich die Stellen, in denen irgendetwas passiert ist, damit Ann-Kathrin Klaasen einen Termin nicht einhalten konnte, den Anruf an ihren Sohn verschoben hat oder nicht für ihn da war, sehr konstruiert und egoistisch. Oft wurden Ann-Kathrins Psyche und Gefühle vorgeschoben, aber welche Mutter lässt sich so leicht von dem Vorhaben abbringen? Ich konnte das nicht nachvollziehen. In der Beziehung zu Weller geht Ann Kathrin auch aufs Ganze und da gibt es Zeit zwischen dem Fall. Für Ihren Sohn hat sie die paar Minuten für ein ernsthaftes Gespräch nicht, mit Weller kocht sie einen Abend lang Fischsuppe, hüpft mit ihm ins Bett und lässt sich von ihm die Haare färben.

Die Flirtszenen mit Weller kamen mit sehr unprofessionell und teenagerhaft vor und sorry, aber ich konnte es mir nicht vorstellen fettige Fischsuppe  zu essen, und dann während Weller mit Blähungen kämpft küssend auf dem Küchentresen zur Sache zu kommen.

Fazit: Ich fand den Anfang super, die Idee einen Mörder in die absolute Privatsphäre der Ermittlerin eindringen zu lassen ist absolut gruselig und genial. Der Aufbau der Kriminalhandlung ist perfekt. Zwischendrin hätte ich ab und zu mal das Buch an die Wand klatschen können und habe mich über die Ermittlerin aufgeregt. Aber zum Ende hin wurde das Buch wieder so spannend. Dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Nun freue ich mich auf Band 3

1.3.16 12:51

Letzte Einträge: Der Tote auf Föhr / Rezension, wer Sherlock Holmes liebt, der wird auch dieses Buch lieben / Rezension, Die Tote im Wald / Eine Rezension zu Kühle Brise, Eine ehrliche und einfühlsame Geschichte über Lebenslügen und Träume / eine Rezension, Ein Buch über die Sehnsucht nach Freiheit und die Macht der Liebe - Rezension, Schlank durch Intervallfasten / Eine Rezension

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL