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Klaus-Peter Wolf: Ostfriesengrab / das Morden im Norden geht in die dritte Runde

ISBN: 978-3-596-18049-3,  € 8,95

Das Morden im Norden geht in die dritte Runde. Diesmal haben es Ann Kathrin Klaasen und ihr Lebensgefährte und Kollege Frank Weller mit einem psychopathischen Künstler zu tun, der seine Opfer perfekt in die Landschaft inszeniert. Eigentlich ist der Mörder schnell gefunden, doch ist er das wirklich? Bald kommen sowohl Ann Kathrin Klaasen als auch Frank Weller an die Grenzen der Legalität ihrer Polizeiarbeit. 

Auch beim Dritten Band der Ostfriesenkrimireihe bin ich sehr zwiegespalten. Ich werde einfach mit der Protagonistin Ann Kathrin Klaasen nicht warm. War es in den ersten beiden Bänden das Verhalten, dass sie ihrem Sohn gegenüber gelegt hat, ist es in diesem Band die Unprofessionalität, mit der sie am Anfang an den Fall heran geht und durch die sie sich zu einem verhängnisvollen Schritt verleiten lässt. Für mich ist und bleibt sie einfach eine psychisch labile sehr egoistische Frau. Im Endeffekt vermasselt sie einen Polizeieinsatz aus persönlichen Beweggründen sie überweist sehr viel Geld an den vermeintlichen Mörder, um an Informationen über den Mörder ihres Vaters zu kommen. Die Begründungen die sie dafür abgibt, finde ich mehr als schwach. Meiner Meinung nach sollte so jemand tatsächlich suspendiert werden und nicht mehr in den Dienst zurück kommen. Auch andere Autoren bedienen sich ja dem Element, dass der Ermittler sich in einem Fall am Rande der Legalität bewegt oder gar darüber hinaus, aber eigentlich nie aus persönlichen Interessen sondern im Interesse des Falls. Hier geht es einzig und allein um die Interessen Ann Kathrin Klaasens und selbst als sie dann die Konsequenzen zu spüren bekommt, wird sie als Opfer dargestellt. Für mich klingt der Anfang einfach sehr konstruiert. Aber das Problem hatte ich bei den anderen beiden Bänden auch schon.

Dem gegenüber steht aber ein unheimlich spannender Fall, mit einem hohen psychopathischen Anteil, schriftstellerisch sehr gut ausgearbeitet, der einem das Buch nicht mehr weg legen lässt und der den gesamten Krimi wieder heraus reißt und wegen dem sich das Lesen des Buches auf jeden Fall lohnt.

Am Ende hört die Story zwei bis drei Seiten zu früh auf. Es ist kein offenes Ende, sondern ein abgeschlossenes Ende, hört aber sozusagen mitten im Höhepunkt auf. Mir hätten ein paar Schlussseiten besser gefallen.

Der Autor Klaus-Peter Wolf hat einen sehr eigenen Schreibstil, in den ersten beiden Bänden habe ich mich da ersteinmal daran gewöhnen müssen. Hier im dritten Band finde ich  ihn allerdings super. Wolf verwendet einen sehr schnellen Perspektivwechsel und so liest sich der Leser innerhalb eines Abschnittes in die subjektiven Gedanken verschiedener Personen.

Fazit: Den Anfang fand ich sehr konstruiert, das Verhalten der Protagonisten kann ich nicht immer nachvollziehen. Der Fall selbst und die Spannung bei der Aufklärung reißen dies allerdings wieder heraus. Deshalb von mir, drei Sterne und das Versprechen, dass ich die Reihe weiter lesen und besprechen werden.

 

22.4.16 16:11

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