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Carsten Otte: Marte und das Meer: Von pupsenden Fischen und schwimmenden Steinen

ISBN: 978-3280035122 , 11,95€

Die fünfjährige Marte hat einen tollen Papa, der sie jeden Tag am Hafen der kleinen Seestadt vorbei  in den Kindergarten bringt und ihr auf dem Weg viele interessante Sachen erzählt. So weiß Marte im täglichen Stuhlkreis immer wieder, wie sie den anderen Kindern spannende Geschichten erzählen kann. Geschichten über pupsende Fische, von Sprotten, die sich von Silber in Gold verwandeln oder von dem brennenden Meer. Zusammen mit ihrer Erzieherin versuchen die Kinder dann festzustellen, was an Martes Geschichten wahr ist und was sie erflunkert hat.    

Ich lese ja immer aus der Sicht Sprachförderung / Leseförderung und war hier bei diesem Buch wirklich beeindruckt, wie toll der Autor die kindlichen Bedürfnisse in diesem schönen Kinderbuch eingefangen hat. Er bedient sich allen Komponenten, damit ein Kinderbuch für Kinder interssant wird und nach dem ich in Geschichten schon lange gesucht habe. Erstmal sind es eigentlich kleine, abgeschlossene Geschichten, aber immer mit der gleichen Protagonistin und einem abgesteckten Rahmen, nämlich den Erlebnissen im Kindergarten. Das schafft bei den Kindern das Bekannte, da in dem Alter Wiederholungen gerne gehört oder gelesen werden. So fängt auch jede Geschichte mit dem Weg in den Kindergarten an und führt durch Martes komische erstmal unverständliche Erzählung im Stuhlkreis zu einer spannenden Geschichte.

Dann hat sich der Autor dem Element der Selbsidentifikation bedient, das die Kinder in dem Alter brauchen. Nämlich , dass es im Kindergarten einen Stuhlkreis gibt und dass Marte erstmal ihre Hausschuhe anzieht. Auch über die Gefühle zum Beispiel, dass die kleineren Kinder vom Haifisch und dem Feuer im Meer Angst bekommen oder Marte traurig ist, da alle Seesternhaarspangen im Museum schon weg sind, ist etwas womit sich die Kinder identifizieren können. Und dann birgt jede Geschichte etwas Spannendes, etwas Neues das die Kinder kennen lernen und das ist so raffiniert erzählt, dass es einen Aufhänger hat (Zum Beispiel: "können Fische sprechen", oder "ist das rote Meer rot" und dann fachkundlich erklärt wird. Auch die praktischen Beispiele (Marte steckt den Regenboggenlolli in ein Glas Wasser, um zu prüfen ob Wasser tatsächlich alle Farben schluckt, sind für experimentierfreudige Kinder unglaublich interessant. Die Sprache ist kindgerecht und fließend, die Zeichnungen erklären das eben gehörte nochmal, waren mir aber etwas zu sparsam. Ich weiß allerdings, dass das im Buchdruck immer ein Kostenfaktor ist. Ach ja und es gibt natürlich genug witzige Elemente. So bringt Marte Quallen mit nach Hause um Quallensaft zu machen...

Im weiteren Teil des Buches, sind es immer noch eigenständige Geschichten, die Wiederholungsmomente haben, aber trotzdem verbinden sie sich jetzt mehr. Da herrscht die Sturmflut, die über zwei Geschichten geht und die kranke Sarah kommt kurz vor Weihnachten wieder in den Kindergarten. Ich finde das ganz toll gemacht. Das Buch hat mir wirklich sehr gefallen.

 

Fazit: Auf jeden Fall ein ganz tolles Vorlesebuch bei dem die Kinder gespannt zuhören werden.

2.5.16 14:18

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