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Gerd Pfitzenmaier: Wir schaffen das - aber so nicht. Wie Deutschland und seine Gesellschaft durch di

ISBN: 978-3945794852, 16,95€

Gerd Pfitzenmaier zeigt in seinem Buch die gesellschaftlichen Probleme der Flüchtlingswelle auf. Er untersucht die Ursachen und beweist, dass man das Problem schon viel früher hätte erkennen müssen und angehen hätte können und wirft der Politik vor dies nicht getan zu haben. Pfitzenmaier erklärt sehr deutlich wie der Terror und Hass einem friedlichen Miteinander mit den Flüchtlingen entgegen steht und die Medien, die Flüchtlingsgegner, aber auch die Terroristen gezielt Propaganda und Stilmittel einsetzen, um Angst oder Hass zu schüren oder im Fall der Medien und Asylgegner, Gerüchte zu verbreiten.

Um seine Thesen zu untermauern benutzt Pfitzenmaier brandaktuelle Begebenheiten, Geschehnisse und zitiert eine Vielzahl an Schlagzeilen und Meinungen. Manchmal war ich wirklich erstaunt, was für aktuelle Ereignisse er dabei noch ins Buch gepackt hat. Man hat den Eindruck, dass er diese bis kurz vorm Druck noch integriert hat. Viele Schaubilder und Zahlen verdeutlichen das, was Pfitzenmaier uns mit dem Buch sagen möchte. Dazu benutzt er eine fließende Sprache. So dass es auch für nicht Fachleute spannend ist den Text zu lesen.

Für mich wäre das Buch ein klares fünf Sterne Buch gewesen, allerdings hat mich dann der letzte Teil enttäuscht. Denn es gibt keine konkreten Lösungsansätze. Diese bleibt uns der Autor schuldig. Er beschreibt, was seiner Ansicht nach geändert werden muss, aber wenn es dann darum geht Lösungsansätze zu benennen wird er leider sehr schwammig und verstrickt sich in weitere Ausführungen darin, was die Politiker alles falsch machen. 

Im Endeffekt hat er aber genau diese Punkte herausgearbeitet die auch in der Politik diskutiert werden. 

Das sind: 

-Den Asylsuchenden ihr Recht gewähren

-Keinen Nährboden für Radikalisierung zu geben 

-und die Integration zu fördern.

Die Lösung sieht Pfitzenmeier im Willen der Gemeinsamkeit, darin aufeinander zuzugehen und darin, dass Deutsche und Flüchtlinge voneinander lernen.

Dem möchte ich gar nicht widersprechen, nur sind das natürlich keine Fakten mit denen er Lösungsansätze für das bringt, was er zuvor bei den Politikern anprangert.

Er ist gegen die Erstaufnahmelager, weil sie den Flüchtlingen keine Perspektive bieten, schreibt aber nicht, wie man das schaffen soll, dass man allen Flüchtlingen (meist ja auch komplett ohne Arbeitsqualifikationen oder Nachweise) von Anfang an einen Arbeitsplatz und eine Wohnung geben kann.

Er sieht eine Gefahr für Radikalisierung in den Aufnahmelagern, aber als einzige Problemlösung sieht er, dass man die Erstaufnahmelager halt abschaffen soll, weil sich die Flüchtlinge darin unnütz fühlen. Natürlich bergen unsere Aufnahmelager Probleme und sind bestimmt kein Traum wenn man an das Land denkt, das einem Asyl geben soll.

Er will jedem das Recht auf Asyl gewähren und prangert an, dass die Politik nicht alle aufnimmt, sondern manchen Gruppen das Asyl verweigert. Allerdings schreibt er nicht , wie man alle Flüchtlinge aufnehmen könnte.

Zuletzt sagt er , man solle Integration vorantreiben, indem man die Asylsuchenden von Anfang an arbeiten lässt und keine Residenzpflicht  einführt, sondern sie selbst bestimmen lässt was sie tun wollen. Das ist bestimmt ein toller Traum, nur leider nennt er auch keine Lösungen wie man Menschen, die teilweise noch niemals zur Schule gegangen sind in einen Arbeitsmarkt integrieren kann. Wie man Menschen, die ja keine Dokumente über ihre Qualifikationen mitbringen, gesichert nachweisen kann, was für Qualifikationen sie in ihrem Beruf haben. Mir ist es zum Beispiel völlig egal, ob ich von einem deutschen oder einem syrischen Arzt operiert werde. Aber ich erwarte bei beiden, dass man ihre Abschlüsse und Dokumente checkt, und dass man sich sicher ist, dass sie stimmen.

Fazit: Aus diesem Grund erhält das Buch am Ende drei Sterne. Für ein solides, gut recherchiertes und brandaktuelles Fachbuch, das trotz einer Menge Zitate und Zahlen flüssig und mitreißend geschrieben ist und die Ursachen sehr anschaulich begründet  und darstellt. Das mir aber leider zu viel anprangert, ohne dafür eigene Lösungswege zu haben.

7.5.16 16:51

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