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Tereza Vanek: Das sprechende Kreuz / Roman

ISBN: 978-3956690402, 17,95€

Johanna und Kornelia Schneider sind mit ihrer Familie 1865 von Österreich nach Mexico geflohen, um sich dort mit Hilfe eines Spezialitätengeschäftes eine neue Existenz aufzubauen. Doch auch in Mexico ist das Überleben nicht einfach. Während Johannas und Kornelias Vater nach dem Tod ihrer Mutter eine faule Mexicanerin geheiratet hat, die sich überhaupt nicht am Geschäftsalltag beteiligt und dieser sich dann auch aus dem Geschäftsleben zurückgezogen hat, müssen die beiden ungleichen Schwestern die Existenz des Ladens sichern. 

Doch bald werden sie zum Spielball der kriegerischen Mächte zwischen der mexiakanischen Oberschicht und der Indios, die um ihre Freiheit kämpfen. Als sich Johanna in den Halbindio Carlos verliebt, der von seinem reichen, mexikanischen Vater verstoßen wurde, muss sie plötzlich im Dschungel um ihr Überleben kämpfen. 

Währenddessen versucht Kornelia ihre Schwester mit Hilfe der mexikanischen Oberschicht zurückzuholen und legt sich mit der falschen Seite an. 

Mich hat das Buch von Anfang an mitgenommen und in eine ferne Welt entführt. Mir gefällt die etwas edle, mitreißende Ezählsprache, die das fremde Land und die Menschen aus einer anderen Zeit zum Leben erweckt.

Die Geschichte beginnt bereits in den ersten Kapiteln mit einem Hauch Exotischem, den Anfängen der Liebe und Spannung.

Die Schwestern Johanna und Kornelia waren mir von Anfang an sehr sympathisch, so unterschiedlich sie auch sind. Beide vermitteln Gefühle mit denen der Leser etwas anfangen kann und beide lieben einen Mann. Und auch wenn es nicht der gleiche Mann ist, werden beide zu tiefst verletzt und trauern.

Ein Thema das in der Geschichte sehr stark zum Ausdruck kommt ist das Kastendenken. Es geht um die reichen Kreolen, für die die Indios ein niemand sind. Bestenfalls ein Tier und die sich auch von den Menschen mit weniger Reichtum abheben.

Das Buch ist nicht leicht zu durchschauen, was mir sehr  gefällt.  Immer wenn ich denke, was kann denn da jetzt noch kommen, nimmt das Schicksal wieder eine Wendung und es wird ganz anders als man denkt. Ich finde die Gegensätze und Vorurteile unheimlich toll herausgearbeitet. So, dass man irgendwie fast immer beide Seiten versteht und auf beiden Seiten mitfühlen kann. Auch die Exotic des Dschungels und des Maya Dorfes kommen sehr gut herüber. Ich hatte schon lange kein Buch mehr das mich so gefesselt hat.

Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Es ist irgendwie ein Happy End, aber ohne kitschig zu werden. Ein Ende, dass trotzdem noch einiges offen lässt und einfach zu dem Buch, zu der Zeit und zu dem exotischen Buch passt.

Fazit. Ein wirklich tolles Buch, das mich einige Stunden mit auf eine ferne Reise in den Dschungel genommen hat. Ein Buch , das mich aus dem Alltag entführt hat und mir die Exotig in die heimische Wohnung gebracht hat. Es wird mit Sicherheit nicht das einzige Buch von Tereza Vanek bleiben, das ich lesen werde.

29.5.16 15:04

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