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Lenz Koppelstätter: Die Stille der Lärchen / Rezension Krimi

ISBN: 978-3-462-04734-9

Nachdem ich bereits den ersten Band dieser Krimiserie gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf den zweiten Teil.
In diesem Band muss der charismatische Ermittler Grauner, der zusätzlich zu seinem Polizisten-Beruf noch Bauer auf seinem kleinen, abgeschiedenen Bergbauernhof ist und sowohl seinen Kühen zum Melken klassische Musik vorspielt, als auch immer mit einem großen Stein im Kofferraum auf Verbrecherjagd geht, den er unter seinen Panda legt, damit der alte Wagen, dessen Handbremse kaputt ist nicht davonrollt, den Mörder eines jungen Mädchens jagen.

Das schöne ermordete Mädchen, das im stillen Ultental an die alten Lärchen gelehnt war, wurde erschossen und gibt den Ermittlern mehr als ein Rätsel auf. War tatsächlich der Architekt der Mörder, der schnell ein Geständnis abgibt? Oder hat dessen psychisch kranker Sohn etwas damit zu tun, den alle verdächtigen und niemand im Dorf haben möchte?
Die Polizei stößt auf Misstrauen und Stillschweigen. Die Dorfbewohner würden das lieber unter sich ausmachen.

Plötzlich führt eine Spur in die Vergangenheit und zu einem berühmten Schriftsteller, der vor hundert Jahren in dem kleinen Örtchen kurte. Thomas Mann eröffnet ein längst verdrängtes Geheimnis.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Der Krimi, der erst etwas kühl und abgeklärt beginnt wird dann schnell zunehmend spannend und löst sein Verbrechen am Ende ganz ohne den actionreichen Showdown Hollywoods, sondern  im ganz eigenen Südtiroler Flair zwischen Knödel und einsamen Bergtälern. Die Sprache ist sehr bildreich und bringt die Stimmungen und Naturgewalten sehr gut herüber. Das Ermittlerduo ergänzt sich toll und ist auf Anhieb sympathisch. Auf der einen Seite der ältere, wohl überlegte Grauner, der in Südtirol aufgewachsen ist und seine Eltern durch ein ungelöstes Verbrechen verlor und der leicht hitzige Saltapepe, der aus Neapel strafversetzt wurde, weil er einen Mafiaboss, der seinen Bruder umgebracht hat, zu hart rannahm. Beide werden von ihren ureigenen Dämonen heim gesucht. Während Grauner sein Land liebt, leidet Saltapepe unter Heimweh und kann sich mit dem Südtiroler Volk so gar nicht anfreunden. Er vermisst seine Pasta und seinen Fußball.

Das Buch steht ganz im südtiroler Flair. Besonders gut hat mir gefallen, wie der Autor Kunst der Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet und das so geschickt, dass der Leser , wenn er nicht zufällig Experte ist, kaum unterscheiden kann, was echt und was der Fantasie des Autors entspungen ist.

Ich hoffe auf noch viele weitere Bände.

17.10.16 16:18

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